346 von einer Verſchwörung des andaluſiſchen Adels zur Befreiung der Königin ließen keinen Zweifel an der Wahrheit der Sache mehr zu; in allen übrigen Theilen des Königreichs kamen die beunruhigendſten Zeichen von Ungehorſam zum Vorſchein. Unter allerhand Vorwänden entfernte ſich ein Adliger um den andern vom Hofe und es fehlte nicht viel daran, ſo war Philipp mit ſeinen flämiſchen Landsleuten in der fünften Woche ſeiner Regierung allein. Er hatte keinem der Granden Wort gehalten und die alten Privilegien beſtätigt. Aber auch bei dem Volke gelang es ihm nicht, ſich beliebt zu machen, und leider erregte er deſſen Mistrauen durch Aeußerungen ſeiner Hochherzigkeit, wie den Unwillen des Adels durch Handlungen ſeiner Schwäche. Zu der⸗ ſelben Zeit wüthete nämlich das Ketzergericht zu Cordova mit abſcheulicher Strenge ſelbſt gegen ausgezeichnete Fa⸗ milien und warf Mitglieder derſelben, ohne Unterſchied des Geſchlechts, als der Ketzerei verdächtig, in's Gefäng⸗ niß. Dadurch entſtanden Aufſtände und Reibungen. Die Angelegenheit wurde vor Philipps königlichen Rath zur Entſcheidung gebracht und der König ſprach ſich ſo ent⸗
Die Königskrone.
ſchieden unwillig gegen das ganze Ketzergericht aus und
deutete auf deſſen gänzliche Aufhebung hin, daß das ſtreng⸗ gläubige Volk auch in ihm einen Ketzer und Glaubensfeind erblickte und ſich mit Schmähungen von ihm abwandte.
Es ſchien in der That, als ſollte Ferdinands und ximenes' geheimer Plan auf natürlichem Wege ſchneller


