Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Philipp von Oestrich : Roman in drei Theilen : Die Königskrone : 3. Theil (1846)
Entstehung
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344 Die Königskrone.

dieſe Befürchtungen und ſtillen Hoffnungen. Eine förmliche Umwälzung in allen Regierungsfächern war das Werk weniger Wochen. Die meiſten der alten Beamten und Staatsdiener wurden ohne alle Umſtände abgeſetzt, um den Günſtlingen des Königs, Don Ma⸗ nuels und einiger andern dem Könige blind ergebenen Granden Platz zu machen. Beſonders waren es die Flamänder, welche in alle bedeutende Poſten und Aemter eingeſchoben wurden, unbekümmert, ob ſie ſich dazu eigneten oder nicht. Ohne Kenntniß der Sprache, der Volkseigenthümlichkeiten, der Sitten, ja des Landes und der Geſchäfte ſelbſt, ſollten ſie den wichtigſten und einflußreichſten Stellen im Heere wie in der Re⸗ gierung und Verwaltung des Landes vorſtehen; faſt alle Feſtungen wurden ihnen eingeräumt und ſie behan⸗ delten Caſtilien wie ein erobertes Land. Was bei dem Könige aus Leichtſinn, Gutmüthigkeit, Geſchäftsſcheu und Vergnügungsſucht geſchah, bildeten ſie zum Syſtem aus. Sie ſtellten wieder ihre Creaturen an und in kurzer Zeit waren Bedrückungen, Gelderpreſſungen aller Art an der Tagesordnung. Der junge Habsburger, der nach Caſtilien gekommen war, die Ungerechtigkeiten ſeines Schwiegervaters wieder gut zu machen, beging durch jugendliche Sorgloſigkeit, Ehrgeiz und Schwäche in wenigen Wochen mehr Ungerechtigkeitenals Fer⸗ dinand während ſeiner ganzen Regierungszeit. Don Juan Manmuel wurde von ſeinem königlichen Ge⸗