Die Königskrone.
dich! Es wird dir nichts geſchehen. Du wirſt Kö⸗ nigin bleiben.“ Er winkte dem Pagen Bübenhoven, auf deſſen Arm geſtützt ſie hinauswankte, um eine Woche und länger, eingeſchloſſen in ihre verhängten Gemächer, in ihrem dumpfen, thränenloſen Schmerze zu brüten..
—„Und Don Enriquez behauptet, ſie ſei nicht verrückt!“ ſagte er verächtlich zu ſeiner Umgebung. „Nun, wie ihr geſehen, ſorgt ſie ſchon ſelbſt dafür, daß den Herren Cortes die Augen aufgehen werden.“
Dieſer und ähnliche Auftritte zwiſchen dem Königs⸗ paare wurden im Volke bald ruchbar und erzeugten nicht ſowol unter dem eigenſüchtigen Adel als viel⸗ mehr unter der großen Maſſe eine allgemeine Mis⸗ ſtimmung. Man ſah die angeſtammte Königin von einem Fremdling gemishandelt; dies kam den patriotiſch geſinnten Caſtiliern unerträglich vor. Aber es geſchahen bald noch andere Dinge, welche dieſes Misvergnügen mehr und mehr zu ſteigern geſchickt waren. Kaum war nämlich der Huldigungseid der Stände geſchworen, als der König, die Faſſung deſſelben gänzlich unbeachtet laſſend, mit unerhörter Willkür die Zügel der Regie⸗ rung allein ergriff und ſeine Gemahlin von jeder Theilnahme daran gänzlich ausſchloß. Was man ge⸗ fürchtet und der König Ferdinand mit dem Cardinal ximenes im Stillen gehofft, traf pünktlich ein. Ja die Handlungen des Königs überboten beiweitem all'


