Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Philipp von Oestrich : Roman in drei Theilen : Die Königskrone : 3. Theil (1846)
Entstehung
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Die Königskrone.

genommen, ernſtlich mit dem Könige zu ſprechen und ihm das Gewiſſen zu ſchärfen.“

Dieſe wenigen Worte vereitelten Philipps eigen⸗ nützigen, zügelloſen Plan. Die Stände erkannten nicht einmal den Erlaß des Königs Ferdinand an, worin er ſeine Tochter für wahnſinnig erklärte und die Krone auf Philipp allein übertragen wiſſen wollte. Philipp mußte ſein Vorhaben, der moraliſchen Kraft der Volks⸗ vertreter gegenüber, aufgeben und ſich mit einem An⸗ erkennungsakte, gleich dem zu Toro, begnügen. Die gebräuchlichen Huldigungseide wurden Juanna als Kö⸗ nigin„Eigenthümerin des Königreichs,“ Philipp als ihrem Gemahle und endlich ihrem älteſten Sohne, dem Infanten Karl, als muthmaßlichem und geſetz⸗ lichem Thronfolger, auf den Todesfall ſeiner Mutter, geleiſtet. Es ſchien ſogar, als wenn Juanna ſich der Regierungsangelegenheiten ſelbſt annehmen wollte; denn ſie war bei dieſer Gelegenheit ſorgfältig bedacht, die Vollmachten der Abgeordneten ſelbſt zu prüfen, um zu ſehen, ob ſie auch alle die gehörige Beglaubigung hätten, und dieſe verſtändige Handlungsweiſe erregte ſo viel Freude bei den Ständen, daß ſie auf die Abfaſſung des Huldigungseides, wonach Juanna mit der gewöhn⸗ lichen Gewalt bekleidet wurde, großen Einfluß ausübte.

Aber die unglückliche Königin erfuhr, welch einen Antrag ihr Gemahl ihretwegen den Ständen geſtellt. Donna Francesca dullva, immer noch nicht gewitzigt,