340 Die Königskrone.
In dieſen treuloſen Bemühungen wurde er vom Erz⸗ biſchof von Toledo eifrig unterſtützt; aber er ahnte die Gründe nicht, welche Timenes leiteten, in dieſer An⸗ gelegenheit auf ſeiner Seite zu ſein. Ebenſo ſtimmten Manuels Anhänger für die Einſperrung der Königin als einer Wahnſinnigen. Aber eine ſo unwürdige Be⸗ handlung ihrer eigenen„natürlichen Herrſcherin“ ſagte dem geſunden Sinne der Gemeinen nicht zu. Sie wollten ſich wenigſtens erſt überzeugen, ob eine ſolche Einſperrung auch unumgänglich nöthig ſei. Deshalb beauftragten ſie den Admiral von Caſtilien, Don Fe⸗ drique Enriguez, einen Granden vom höchſten Einfluß, der Königin einen Beſuch zu machen und ihren Zuſtand in einer Unterredung genau zu erforſchen. Dieſem konnte die Königin die Audienz nicht verſagen, denn er war's, der ſie vor zehn Jahren mit einer prächtigen Flotte nach Flandern geführt; auch war er mit dem königlichen Hauſe verwandt. Er blieb über zwei Stun⸗ den bei ihr und wußte ihr ganzes Vertrauen zu ge⸗ winnen. Am folgenden Tage erklärte er in der Stän⸗
deverſammlung:„Er habe die heiligſte Ueberzeugung gewonnen, daß die Königin nicht wahnſinnig, nicht geiſteszerrüttet ſei, ſondern nur an einer krankhaften Liebesreizung für ihren Gemahl und daraus entſprin⸗ genden Eiferſucht leide. Ihr tiefer Trübſinn komme daher, daß ſie für dieſe Eiferſucht ſtets neue Nah⸗
rung ſuche und finde, und er habe davon Gelegenheit
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