Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Philipp von Oestrich : Roman in drei Theilen : Die Königskrone : 3. Theil (1846)
Entstehung
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Die Königskrone.

will ich mich mit Euch über meine Plane beſprechen; denn ich gedenke in dieſem Herbſt noch den ehrenwerthen Jakob Fugger von Augsburg nach Caſtilien zu berufen. Wir müſſen eilen, etwas Tüchtiges auszuführen, damit uns nicht etwa der Tod einen neuen Strich durch die Rechnung macht. Zwar war er ſeither mein wohlge⸗ ſinnter Freund, aber ſeit er Euern Bruder hinweg⸗ gerafft, iſt er mir untreu geworden und ich trau' ihm nicht mehr.“

In ernſter Stimmung und tiefem Nachdenken kehrte der König in ſeinen Palaſt zurück.—

Die Stände des Königreichs waren in Valladolid verſammelt, um dem jungen Königspaare ihre glänzende Huldigung darzubringen. Aber der Empfang war be⸗ trübend geweſen. Juanna in ihrer unſcheinbaren ſchwarzen Kleidung, die eher zu einer Trauer, als zu einer Freudenfeier paßten, und vom tiefſten Trübſinn befallen, hatte alle Feſtlichkeiten, zum großen Verdruß ihres Gemahls, abgelehnt und ſich in ihre Zimmer im Palaſt zurückgezugen, Niemanden Zutritt zu ſich geſtattend. Die Stände waren darüber in Beſtürzung gerathen und Philipp nahm davon Gelegenheit, ſich auf den letzten öffentlichen Erlaß ſeines Schwieger⸗ vaters berufend, ſie bei ihnen für gänzlich wahnſinnig zu erklären und im Stillen darauf anzutragen, ſie für immer in ein Kloſter einzuſperren und ihm die Regie⸗ rung allein zu übergeben.