Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Philipp von Oestrich : Roman in drei Theilen : Die Königskrone : 3. Theil (1846)
Entstehung
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332 Die Königskrone.

ſelbſt nicht glücklich preiſen, daß es Gott alſo mit ihr gefügt? Was hätte meine Armuth, meine Hülfloſigkeit ihr und ihrem Gemahl bieten können! Ihr ahnet es nicht und kein Menſch in der übrigen Welt ahnet es, wie es bei uns zugeht. König von Ungarn und Böhmen! Das klingt groß und prächtig. Aber dabei abhängig von einem reichen, mächtigen, übermüthigen Adel auf der einen Seite und einer reichen, üppigen Geiſtlichkeit auf der andern, die ſich ſtets mit wilder Leidenſchaft⸗ lichkeit bekämpfen und ſich nicht an ihren ſchwachen und kranken König kehren, den ſie darben laſſen; das iſt erbärmlich, und ich würde darüber lachen, wenn ich nicht ſelbſt im Elend ſteckte. Darum hat es der Himmel wohl mit Luiſen gemacht; ſie hätte ja mit mir hungern müſſen. Auch hat ihr Gemahl wohlgethan, ſchnell wieder von hier abzureiſen, und es war nur gut, daß ihr ihm die Mittel dazu bei Euerm Hierſein gewährtet; denn weder ich, noch der König hätten ſie ihm ver⸗ ſchaffen können.“

—„Gott tröſte Ew. Hoheit! Mir aber erlaubt, gnädigſte Frau, daß ich Euch einen kleinen Beweis meiner Ergebenheit überreiche. Der Zeitpunkt, dem Ihr entgegengeht, bringt ungewöhnliche Bedürfniſſe. So bitte ich Euch zum höflichſten, Ihr wollet von mir dazu eine kleine Beiſteuer von fünfhundert Dukaten annehmen.“

—„Ich erkenne Euere Güte und Ihr erfreut mich

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