Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Philipp von Oestrich : Roman in drei Theilen : Die Königskrone : 3. Theil (1846)
Entstehung
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Die Königskrone. 329

Schutz gegen dieſe übermüthigen, unritterlichen Mag⸗ naten. Mein natürlicher Beſchützer, mein Gemahl und noch dazu der König dieſes Landes, kann ſich— Gott ſei's geklagt!— ſelbſt nicht ſchützen gegen die Frech⸗ heit des Adels und die Habgier der Geiſtlichkeit; er iſt ein armer Spielball in ihren Händen. O, es iſt unverantwortlich, daß mein Vetter Ludwig von Frank⸗ reich mich als Opferlamm in dieſes wüſte Land, unter dieſe herzloſen Barbaren ſchickte, um mir eine doppelte Königskrone aufſetzen zu laſſen, unter der ich— hun⸗ gern muß!“

Fugger machte eine abwehrende Bewegung des Schreckens mit der Hand. Da es ihr wohlzuthun ſchien, ſich einmal gegen ein edles Herz auszuſprechen, ſo fuhr ſie fort:„Ich weiß, Ihr nehmt Theil an meinem Schickſal, das Ihr ja doch noch lange nicht zur Hälfte ſeiner Erbärmlichkeit kennen könnt, und es iſt wenigſtens ein Troſt, ſein Leid einem würdigen Manne klagen zu können. Auch ſteht Ihr ja, wie Ihr mir ſelbſt geſagt, in Gunſt bei meiner lieben Ju⸗ gendfreundin, der Erzherzogin Margarethe von Oeſt⸗ reich; ich bitt' Euch, ihr meine Noth zu klagen und ſie in meinem Namen zu warnen, daß ſie nicht, wie das Gerücht geht, den alten König von England heirathet. Es iſt ein Unglück, die Gemahlin eines alten Kö⸗ nigs zu ſein; meine Muhme Germaine hat auch die Thorheit begangen, ſich mit dem alten Könige von