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327 jähriges Töchterchen an der Hand, das, wie ſie, Anna hieß. Ach, es war aber nicht mehr jenes ſüße friſche Feenkind, die holde Grazie des franzöſiſchen Hofes, die vor vier Jahren den leichtempfänglichen Philipp von Oeſtreich entzückt und bezanbert hatte. Unaus⸗ ſprechlicher Verdruß und Ekel, Langeweile, Aerger und Zorn hatten mit ihren grauſamen Pflugſcharen die lieb⸗ lichen, jugendreizenden Züge durchwühlt und ihren ver⸗ derblichen Samen hineingeſtreut. Welch ein verbiſſener Ausdruck des höchſten Mismuths trat aus dieſen blei⸗ chen, abgeſpannten Zügen hervor! Der geiſtige Einfluß, den ihr frommer Gemahl auf ſie gehabt, war in ihrem Geſicht nicht zu verkennen; von welcher lähmenden, ver⸗ zaubernden Kraft mußte dieſer Einfluß geweſen ſein, daß die heiterſte, lebensluſtigſte, ſchalkhafteſte Prinzeſſin in ſo wenigen Jahren ihm erlegen war! Es war ihr ein trauriges Königslvos gefallen, der holden Sylphide, der leichtblütigen Tochter des ſchönen Frankreichs; an den häßlichen, kraft⸗ und willenloſen, ſtets kranken und ſchläfrigen Wladislav, den erbarmungswürdigſten aller Menſchen im öden Ungarlande geſchmiedet, hatte ſich ihrer Seele eine ſtille Wuth und Reizbarkeit bemächtigt, die gegen Land und Leute um ſie gerichtet war und ſich vft in Schmähworten, öfter in bittern Thränen Luft machte. Alſo geſchändet war die herrliche Blume, ſo der Flügel der ſchönen Pſyche grauſam geknickt!
—„Ich bin Euch ſehr verbunden, Herr Fugger,“
Die Königskrone.


