Die Königskrone.
bei den reichen, im Ueberfluß ſchwelgenden Magnaten zuſammenbetteln müßten und die Fleiſcher in Ofen den Braten nicht borgen wollten für die königliche Tafel.
Der Cardinal beſah ſich den Ring mit ſchmun⸗ zelndem Behagen und ſchien denſelben als ſeine Beute zu betrachten.
—„Gott ſchenk' Euch Frieden und Freudigkeit!“ ſprach der König mit gefalteten Händen und entließ mit dieſem Segensſpruch den augsburger Bürger, der ſich, von ſeinem brummenden Reitknecht gefolgt, nach den Gemächern der Königin begab. Ein junger ſchöner Geiſtlicher im rothen Ornat mit dem Biſchofskreuze trat raſch und keck heraus. Sein blitzendes Auge über⸗ flog Fugger's einfache Geſtalt und lächelnd erwiderte er deſſen Gruß. Auch Fugger lächelte ſtill in ſich hinein, als der Prälat aus ſeinem Geſichtskreis war und er von dem ebenfalls bedeutungsvoll lächelnden Kämmerer der Königin, einem Franzoſen, erfuhr, der geiſtliche Herr ſei der hochwürdige Biſchof von Wa⸗ radein und Beichtvater der Königin. Der ehrliche Jakob dachte an dies und das und auch an das ge⸗ prieſene Wunder, welches der Kränklichkeit, Kraftlo⸗ ſigkeit und Hinfälligkeit des Königs ſchon den zweiten Leibeserben erweckt habe.
Die leichte und zierliche Geſtalt der jungen lieb⸗ reizenden Königin trat dem deutſchen Handelsherrn in unverkennbar großer Aufregung entgegen, ihr drei⸗
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