Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Philipp von Oestrich : Roman in drei Theilen : Die Königskrone : 3. Theil (1846)
Entstehung
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324 Die Königskrone.

nach Wien zurückgekehrt, um die Entbindung meiner Gemahlin abzuwarten. Gott gebe, daß ſie mir einen Prinzen ſchenkt, den die Magnaten ſogleich zu ihrem Könige wählen wollen. Ihr ſeid in hoher Gunſt beim deutſchen Könige, Herr Fugger, ſo ſagt ihm denn, daß ich täglich zweimal für ihn bete. Wenn's aber wie⸗ derum eine Prinzeſſin wird, ſo trägt der Graf von Zips die Schuld des Kriegs. Gott und der heilige Stephan werden mich nicht verlaſſen und Mar und ich bleiben doch die beſten Freunde.“

—„Gott wird Alles zum Beſten fügen,“ ſagte Fugger, dem es etwas unheimlich in der königlichen Geſellſchaft wurde. Er fügte alſo kurz hinzu:„Ich bitte Ew. Hoheit um gnädigſte Erlaubniß, der Königin aufwarten zu dürfen.“

—„Ja, ja, geht mit Gott!“ verſetzte Wladislav. „Ihr habt ſie durch Euern Beſuch vor acht Wochen und die prächtige Goldkette ſehr erfreut, die kleine leb⸗ hafte Franzöſin. Sie läßt ſich gern etwas ſchenken, aber es kommt nicht viel an ſie, die arme Kleine. Habt Ihr vielleicht wieder etwas mitgebracht?“

—„Wenn Ew. königliche Hoheit erlaubt, werd' ich ihr einen Ring überreichen, der nicht ganz ohne Werth iſt und den der geſchickteſte augsburger Gold⸗ ſchmied gefertigt.“

—„Zeigt her, laßt mich den Ring ſehen!“ Fugger öffnete ſeinen Kaſten wieder und holte