Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Philipp von Oestrich : Roman in drei Theilen : Die Königskrone : 3. Theil (1846)
Entstehung
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Die Königskrone. 323

Quittung zu ſchreiben, die der König und er ſelbſt un⸗ terzeichneten. Als das Geſchäft abgemacht war, ſagte Fugger:„Auch wollte ich Ew. königlichen Hoheit meinen Glückwunſch abſtatten wegen des bevorſtehenden neuen Wachsthums Eueres königlichen Hauſes. Der Herr gebe, daß Euch ein Prinz geſchenkt werde!“

—„Ich dank Euch, Herr Fugger. Gott hat's wunderbar gefügt, daß er mir in meinem Alter noch Kraft beſcheert und ſolches Heil mir widerfahren laſſen. Und gerade zur rechten Zeit. König Maximilian ſtand ſchon mit Heeresmacht an den Grenzen, um ſein Erb⸗ recht auf die ungariſche Krone geltend zu machen, das ihm die Magnaten umgeſtoßen. Ich war unſchuldig an dem Handel. Die ungariſchen Herren fragen nicht uͤach mir. Marimilian und ich ſind die beſten Freunde und mir war's recht und lieb, daß einſt nach meinem Ableben Max oder ſein Sohn, der König von Caſti⸗ lien, König von Ungarn werde. Aber da iſt der Graf Hans von Zips, der meint die vom Himmel gefallene Krone*) paſſe auf ſeinen Tollkopf beſſer als auf das fürſtliche Haupt eines Habsburgers. Deshalb wollte Maximilian mit den Ungarn Krieg führen, während er und ich die beſten Freunde ſind. Der geſegnete Leib der Königin hat ihn davon abgehalten und er iſt

*) Bekanntlich wurde von der ungariſchen Königskrone behauptet, ſie ſei vom Himmel auf die Erde gefallen. 21*