320 Die Königskrone.
und bezogen in der Königsſtadt eine ſichere und be⸗
queme Herberge.
Tags darauf ließ ſich Jakob Fugger bei dem Kö⸗ nige anmelden, um ſich den Befehl an den Schatzmeiſter zu erbitten, daß derſelbe die Dukaten und Abrechnung in Empfang nehme. Der König ließ ihn ſogleich ein⸗ laden; denn es war bekannt, daß Jakob Fugger nie mit leeren Händen kam, und nichts konnte der König von Ungarn und Böhmen nöthiger brauchen, als Gold. Der Hof befand ſich nicht ſelten in Lagen, wo er an den unentbehrlichſten Lebensbedürfniſſen geradezu Mangel litt. Auch war, was Fugger brachte, keineswegs der Betrag einer fällig gewordenen Schuld— er hatte die Lehngelder ſchon auf zwei Jahre vorausbezahlt— ſon⸗ dern eine neue Pränumerativn. Es war nämlich kaum auf der hohen Hofburg in Ofen bekannt geworden, daß der reiche Fugger von Augsburg ſich im Lande befinde, als er auch von Seiten des nothleidenden Königs be⸗ ſtürmt wurde, neue Vorſchüſſe zu machen. Und ſo trabte denn Veit Schellenberg mit dem wohlbekannten Kaſten in der ſchweinsledernen Decke, ſchwer tragend und ſchwitzend, hinter ſeinem Herrn her den ſteilen Berg hinauf, auf deſſen Felſenſtirn das große und prächtige Königsſchloß ſich erhebt, und murmelte allerlei Tadelndes in den Bart; da er keineswegs damit ein⸗ verſtanden war, daß der Ungarkönig ſo viel Geld im voraus erhielt. 2
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