Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Philipp von Oestrich : Roman in drei Theilen : Die Königskrone : 3. Theil (1846)
Entstehung
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318 Die Königskrone.

wie ein rother Stern und ſein Mund floß von Späßen über, während er ſich vor Rührung über den Abſchied oft die Augen wiſchte.

Am andern Morgen, eh' noch die Sonne aus dem Bett ſich erhob, zog ſchon eine Reihe mit dem Segen des kremnitzer Goldbergwerks und den Effekten der Reiſenden bepackten Maulthiere, umgeben von einem bewaffneten Reiterhaufen, die drei Fugger an der Spitze durch das Thal. Toni und Veit führten die Schutz⸗ wache an und der Erſtere machte poſſierliche Reiter⸗ kunſtſtücke. Georg Turzoin gab den Vettern das Geleit bis zur Stadtgrenze. Dann ſetzten die Augsburger den Weg nach der alten Königsſtadt Ofen fort, wo Jakob Fugger dem Könige das Lehngeld des Bergwerks von den mitgeführten Schätzen, lauter blanken kremnitzer Dukaten, zu entrichten gedachte.

In Heiligenkreuz kehrten ſie ein. Alle gingen in das Wirthshaus, den Wein des alten Stelzfußes zu koſten; nur Raimund ſtahl ſich ſchweigend hinweg und wandelte einſam nach dem Friedhofe am Berghange, wo er Luiſens Grab aufſuchte. Die Blumen, die er darauf gepflanzt, blüheten ſo freundlich. Schon ſproßten junge Gräſer aus dem Hügel. Raimund kniete nieder und aus ſeinem Herzen floß ein inniges Gebet für die Ruhe der Todten. Eine Thräne der Theilnahme floß ihrem Schickſal auf den Hügelz die Liebe hatte ſein Herz weich und empfänglich gemacht; ſie hatte es dem „