Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Philipp von Oestrich : Roman in drei Theilen : Die Königskrone : 3. Theil (1846)
Entstehung
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Die Königskrone. 317

waren aufgegangen, die Nachtigall flötete in dem fernen Buſch ihr letztes Lied und die Bergleute ſpielten eine ſanfte, wehmüthige Weiſe.

—„Laßt ſie nur gehen,“ ſagte Jakob zum Kam⸗ merrath und deſſen würdiger Wirthin.„Sie ſind jung und haben edle Herzen, die einander verſtehen. Laßt ſie das ſüße Glück der Jugendliebe genießen. Sie ahnten kaum, welch eine Freude ſie uns bereiten. Sie geben ein ſtönes Paar.“

—„Auf die neue Verbindung der Häuſer Fugger und Turzvin!“ ſagte der Kammerrath tief bewegt, hob ſein Glas und ließ es mit den Gläſern der Andern zuſammenklingen. Es gab einen ſchönen Klang. Dann tranken ſie den feurigen Ungarwein.

—„Und nun zum Valet den letzten Trunk,“ rief Jakob ernſt,„und auf ein fröhliches Wiederſehen!“ Sie leerten die Gläſer und gaben ſich Kuß und Handſchlag. Draußen aber fiel die erſte Purpurblüte jugendlich keu⸗

ſcher Herzen von zwei Lippenpaaren, die ſich während

des Sehnſuchtsliedes der Nachtigall unbewußt zuſam⸗ mengefunden hatten, und„Leb wohl! Gedenke mein! Ich bin ganz dein in Ewigkeit! Kehre bald wieder! Bleib mir treu!“ flüſterten die Lippen, wie ein leis⸗ plätſchernder Nachregen.

unter Vortritt der Muſikanten mit luſtigem Getön kehrte die Geſellſchaft in die Stadt zurück. Veit Schel⸗ lenberg ſchüttelte Allen die Hände, ſeine Naſe glühte