316 Die Königskrone. haſchte ſogar danach, um ihm ſeine Naſe auch koſten zu geben.
—„Ihr ſeid alle vernarrt in den Buben,“ ſagte Jakob ſchmählend.„Uebertreibt es nicht und verzieht und verhätſchelt mir nicht etwa das Kind.“
—„Aber iſt es nicht unſer Eigenthum?“ fragte Katharina kindlich naiv.„Habt Ihr uns nicht ſelbſt verſichert, es ſei ganz und gar unſer und kein Menſch auf der Welt werde je nach ihm fragen? Alſo müſſen wir es wol lieben und werden es thun, damit es nie fühle, daß es keine Eltern mehr hat.“
„Und Ihr werdet mir oft ſchreiben, liebe Baſe, wie ſich das Knäblein befindet und wie es größer und ſtärker wird und laufen und ſprechen lernt,“ flü⸗ ſterte ihr Raimund zu.„Der Kleine gehört uns Beiden ganz allein, Euch und mir. Wenn Ihr ihn abküßt, ſo denkt dabei an mich.“
—„Werdet Ihr denn aber auch an mich denken?“ fragte ſie ganz leiſe und treuherzig mit einer Thräne im Auge.
—„Alle Tage, alle Stunden, jeden Augenblick,“ entgegnete er;„ich glaube, ich bring' Euch gar nicht mehr aus den Gedanken.“
Sie reichten ſich die Hände und gingen dann hinaus, ſie mit dem Knaben auf dem Arm, der an ihrer Bruſt entſchlummerte, in die ſchöne duftende Nacht unter die Eichen und Buchen hinaus. Der Mond und die Sterne
zu


