——————
—————
Die Königskrone. 315
Hauſes Fugger und weiß deshab gar wohl, daß der Mann ſeinem Geſchäft nachgehen und die Frau ſich darein ſchicken muß. Iſt doch meine Baſe Sibyhlla in Augsburg noch ſchlimmer daran; denn Ihr ſeid ja mehr auswärts als zu Hauſe und ihr hat der Himmel den Eheſegen verſagt; mir aber hat er ein liebes Kind ge⸗ ſchenkt, ja, was ſag' ich, zwei ſind es ja, die meine Mutterliebe umfaßt und die mich tröſten werden, wenn mein Georg fern von mir iſt.“
—„Lieb' Aennle, ich laß dich bald nach Spanien nachkommen, wenn wir eingerichtet ſind,“ ſagte der junge Turzvin, ſchlang den Arm um ſein blühendes Weib und preßte ihr einen Kuß auf die friſchen, wür⸗ zigen Lippen. Sie ſtand auf, um ihrem Ohm den Becher wieder zu füllen, und ſogleich nahm ihr der braune Toni, der zur Muſik ſeiner Gefährten ſeine bekannten Bocksſprünge bald draußen, bald im Zim⸗ mer gemacht hatte, die Kinder ab, herzte ſie und tanzte, in jedem Arme eins, nach dem Takte der Pfeifen, Hörner und Geigen mit ihnen durch die weite Stube, daß ſie hell auflachten. Aber nun ſprang Katharina herzu und entriß ihm den Buben und trug ihn zu ſeinem Gevatter, damit er ihn auf die⸗ ſelbe Stelle küſſe, wohin ſie ihn eben ſelbſt geküßt hatte. Hinten aber ſtand Veit, halb benebelt, denn er hatte dem Tokaier die größte Ehre angethan und glotzte mit gutmüthigen Augen auf das Kind und


