Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Philipp von Oestrich : Roman in drei Theilen : Die Königskrone : 3. Theil (1846)
Entstehung
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Die Königskrone. 39

Rathhauſe allein waren, umarmte Marimilian ſeinen Sohn und Frendenthränen ſchimmerten dabei in ſeinen Augen.

Glück auf! mein Philipp, rief er tiefbewegt und begeiſtert,daß wir uns ſo wiederſehen! Wie anders ſtehen unſere Sterne, als vor einundzwanzig Mon⸗ den, da du in Innsbruck krank und verzagt zu mir kamſt! Wie ſtrahlen ſie hell, die damals ein neidiſches Gewölk bedeckte! Und wie ſchnell, wie unerwartet hat ſich Alles geändert! Drei Todesfälle haben Oeſt⸗ reichs Glück nun für immer feſt gegründet. Iſabella's Tod hat dich zum Könige von Caſtilien erhoben, trotz ihrem neidiſchen Teſtament, mit dem wir, will's Gott, fertig werden wollen. Der Tod des landshuter Georg hat mir die Gelegenheit gegeben, den tückiſchen pfäl⸗ zer Kurfürſten niederzuſchmettern, und der Tod des mainzer Kurfürſten hat den Trotz der Stände gebrochen.

Ich ſagte es ja ſchon lange, der Tod iſt mein beſter Freund, verſetzte Philipp lachend,und wie ſeltſam! unſerm armen Gretchen gilt er für ihren ſchlimmſten Feind.

Laß ihr Herz austrauern; das Schickſal hat ſie hart getroffen, während es dich zu ſeinem Liebling aus⸗ erſehen hat. Vor zwei Jahren durfte der Pfälzer wa⸗ gen, in der Fürſtenverſammlung auf meine Abſetzung anzutragen, und heute liegt er grollend in verbiſſener

Wuth zu meinen Füßen. Sieh', dies Alles haben