Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Philipp von Oestrich : Roman in drei Theilen : Die Königskrone : 3. Theil (1846)
Entstehung
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38 Die Königskrone.

inmitten ſeiner Hofherren eine Viertelſtunde vor der Stadt und die beiden Könige hielten nun mit ihren Höfen ihren prächtigen Einzug in dieſelbe. Da ſah man Vater und Sohn in Glück, Geſundheit und männ⸗ licher Schönheit ſtrahlen: Marimilian ſechsundvierzig Jahre alt, in gereifter Mannesſchöne, in der vollſten Blüte ſeiner Kraft, die edelſte und ſchönſte Männer⸗ geſtalt im ganzen Reiche mit dem milden, herzen⸗ gewinnenden, leutſeligen Weſen, das durch das Glück des letzten Jahres noch erhöht und gleichſam verklärt worden war und Philipp denSchönen, den frauen⸗ gefährlichen, verführeriſchen Fürſten, der in wenig 3 Wochen ſein ſieben und zwanzigſtes Geburtsfeſt zu feiern gedachte. Die bedenkliche Bläſſe, die vor einem Jahre Krankheit, Liebesgram, Aerger und Verdruß auf ſeine anmuthigen Züge gebreitet hatten, war jetzt der blühenden, lachenden Farbe der Geſundheit und des ſtolzen Glücksgefühls gewichen. Nie ſah man ein Paar herrlichere Königsgeſtalten, nie einen Vater und einen Sohn als ſo vollendet ſchöne Männer. Alle Herzen flogen ihnen entgegen; alle Knie beugten ſich unwillkürlich vor Ehrfurcht und Bewunderung vor die⸗ 1 ſen Königen, denen der Stempel der Majeſtät und. Milde, der Schönheit und des Glücks ſo deutlich auf⸗ geprägt war. Sie ſtanden auf dem Gipfelpunkte ir⸗ diſcher Herrlichkeit und Macht.

Als die beiden Könige in ihren Gemächern auf dem