Die Königskrone. 37
König und Herr zeigen und dann ſeinen Römerzug an⸗ treten, um ſich vom Papſte die lang erſehnte Kaiſer⸗ krone zu holen. Eh' er aber die Verſammlung der Reichsſtände in Cöln perſönlich zu eröffnen gedachte, ging er nach Hagenau, um hier dieſe der Kurpfalz ab⸗ genommene Landvogtei in Eid und Pflicht zu nehmen, den Friedensvertrag mit König Ludwig von Frankreich in Vollzug zu bringen, ihn mit Mailand zu belehnen und das bedungene Geld in Empfang zu nehmen. Bei dieſer Gelegenheit wollte er ſeinen Sohn Philipp zu⸗ erſt perſönlich als König von Caſtilien begrüßen, ſich mit ihm wegen der nöthigen Schritte berathen, welche gegen die Erfüllung des Teſtaments der verſtorbenen Königin von Caſtilien zu thun ſeien, und ihm die Lehen wegen des Herzogthums Geldern und der Graf⸗ ſchaft Zutphen, ſowie für deſſen Sohn, den Erzherzog Karl, wegen des Herzogthums Luremburg ertheilen. Philipp war zu dieſem Behufe von ſeinem Vater feier⸗ lich nach Hagenau eingeladen worden, wohin ſich auch die meiſten Reichsfürſten und Stände begeben hatten.
Der Koͤnig von Caſtilien brach mit einem großen und glänzenden Gefolge von Brüſſel auf und zog mit vielem Pomp den Rhein hinauf nach dem Elſaß. Als er ſich der freien Reichsſtadt Hagenau näherte, ſchickte ihm ſein Vater den Grafen von Fürſtenberg mit zwei⸗ hundert Berittenen von Adel über eine Stunde Wegs entgegen; er ſelbſt empſing den geliebten einzigen Sohn


