Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Philipp von Oestrich : Roman in drei Theilen : Die Königskrone : 3. Theil (1846)
Entstehung
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36 Die Königskrone.

walt. Mit ihm verloren die widerſetzlichen Stände ihren Stützpunkt. Eben ſo folgereich für Maximilian war die Demüthigung des Kurfürſten von der Pfalz, die ihm in dieſem Jahre durch mehrere Siege gelungen war, und die dadurch bewirkte Schmälerung der Be⸗ ſitzungen des wittelsbachſchen Hauſes. Die durch den Tod Herzog Georgs des Reichen von Landshut (1. Deebr. 1503) herbeigeführten baierſchen Irrungen endeten ein Jahr ſpäter mit dem Tode des Hauptan⸗ ſtifters derſelben, des Sohnes des Kurfürſten von der Pfalz, Ruprecht, und mit der Unterwerfung des Erſtern unter die Gnade des Königs, vermittelt durch ſeinen andern Sohn, jenen Pfalzgraf Friedrich am burgun⸗ diſchen Hofe. Eine große Anzahl andrer deutſcher Fürſten ſchloß ſich, durch dieſen Sieg beſtimmt, dem Könige an. Marximilians ritterliche, heitere Perſön⸗ lichkeit, ſeine ſtete Beweglichkeit in Ausübung aller Kriegs⸗ und Friedenskünſte, ſein poetiſch kühner Sinn, der Alles mit ſich fortriß, ſeine Freigebigkeit, ſeine Popularität feſſelten dieſe Fürſten, meiſt junge Män⸗ ner, mehr und mehr an das königliche Intereſſe. Und ſo begrüßte das Jahr 1505 den König in den glücklichſten Umſtänden, den das Jahr 1503 in ſehr mislichen verlaſſen hatte. In ganz andrer Weiſe be⸗ rief er nun einen Reichstag nach Eöln, der im Juni zuſammentreten ſollte, als voͤr vier Jahren zu Augs⸗ burg; jetzt wollte er ſich den Ständen gegenüber als