Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Philipp von Oestrich : Roman in drei Theilen : Die Königskrone : 3. Theil (1846)
Entstehung
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Die Königskrone. 35

ſich zu erhalten und knüpfte an den Beſuch des Erz⸗ herzogs Philipp Pläne in Bezug auf den deutſchen König, da die in Bezug auf das ſpaniſche Königspaar geſcheitert waren. Im Spätherbſt 1504 kam eine Ver⸗ abredung Frankreichs mit Oeſtreich zu Blois zu Stande, nach welcher ein Friedensſchluß zwiſchen Lud⸗ wig und Maximilian errichtet werden ſollte. Die Ver⸗ heirathung des Erzherzogs Karl von Luxemburg, des deutſchen Königs Enkel, mit der Prinzeſſin Claudia von Frankreich, Ludwigs Tochter, wurde noch einmal feſtgeſetzt und bildete gewiſſermaßen die Grundlage. Maximilian ließ den in Ludwigs Gefangenſchaft be⸗ findlichen Oheim ſeiner Gemahlin als Herzog von Mai⸗ land fallen und verſprach dem Könige Ludwig die Lehen dieſes Herzogthums; dafür gelobte Ludwig gleich nach Empfang des Lehnsbriefs hunderttauſend rheiniſche Gul⸗ den und nach ſechs Monaten die gleiche Summe zu zahlen.

Wichtiger noch war der frühzeitige Tod der Königin von Caſtilien und der Uebergang ihrer Krone an das öſtreichiſche Haus, abgeſehen von dem vielbeſprochenen und angefochtenen Teſtamente. Faſt zu derſelben Zeit ereignete ſich in Deutſchland ein andrer Todesfall zu Gunſten des deutſchen Königs, nämlich der des kräfti⸗ gen Kurfürſten von Mainz, des braven, echt deutſchen Hauptes und Lenkers der Reichsſtände, des unbeugſa⸗ men Widerſachers der übergreifenden königlichen Ge⸗

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