Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Philipp von Oestrich : Roman in drei Theilen : Die Königskrone : 3. Theil (1846)
Entstehung
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30 Die Königskrone.

Philipp hatte die Farbe gewechſelt; Zornesblitze fuhren während des Leſens zuweilen über ſein Geſicht, er biß ſich in die Unterlippe.

Und was gedenkt Se. Majeſtät Don Fernando in Bezug auf dieſes Teſtament ferner zu thun? fragte er ſcharf, ſobald der Hofkanzler ſchwieg.

Der Biſchof verſetzte:Aus frommer Pietät und Liebe zu der höchſtſeligen Königin wird er auf ausdrück⸗ lichen Wunſch und mit Beirath der Stände des König⸗ reichs ihre wohlweiſe Verordnung in Ehren und Treuen vollziehen und hat zu dieſem Behufe, wie Ihr vernom⸗ men habt, bereits die Regentſchaft des Königreichs Caſtilien angetreten, nach Recht und FPflicht und nicht uur mit Bewilligung, ſondern auch auf Anforderung der genannten Stände.

Weder die Königin Iſabella, noch die Stände konnten der rechtmäßigen Erbin Caſtiliens die Krone entziehen, fuhr Wbp auf.

Donna ach dem Ausſpruch der Aerzte nicht befähigt, che Volk zu beherrſchen.

Aber ich atte und natürliche Vormund dieſer Donna Juanna; und mir gehört die Krone Ca⸗ ſtiliens von Gottes und Rechts wegen. Ich bin von den Ständen als Prinz von Spanien und Thronerbe anerkannt und ausgerufen worden, ich werde keinen Finger breit von meinem guten Rechte weichen!

Wir können nichts thun, ſagte der Biſchof,