Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Philipp von Oestrich : Roman in drei Theilen : Die Königskrone : 3. Theil (1846)
Entstehung
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Die Königskrone. 31

als Ew. Majeſtät die väterliche Bitte an's Herz zu legen, die uns Se. Majeſtät, unſer König, an Euch aufgetragen hat, die Bitte, daß Ihr Euch nicht nach Caſtilien bemühen mögt, um Euch jede misliebige Maßregel zu erſparen. Don Fernando räth Euch in Treuen und Wohlmeinen, jeden Verſuch aufzugeben, wider das Teſtament der höchſtſeligen Königin zu handeln.

O ich kenne die Treue und das väterliche Wohl⸗ meinen Sr. katholiſchen Majeſtät! lachte Philipp bit⸗ ter.Hab' ich ſie doch ſchon einmal ſelbſt erfahren! Sagt Euerm König in meinem Namen, er ſolle ſich alle fernere Mühe erſparen. Ich werde nach Caſtilien gehen und den Thron, der mir gebührt, einnehmen, ohne mich an dieſes Teſtament zu kehren.

Ihr würdet die Geſetze und die den Cortes zu⸗ ſtehenden Befugniſſe auf's tiefſte verletzen. Durch das geſchriebene Landesgeſetz iſt der Herſcher Caſtiliens er⸗ mächtigt für den Fall der lährigkeit oder der Unfähigkeit des muthmaßliche n eine Regent⸗ ſchaft zu ernennen. Donna ar in dieſem Falle und ſie hat ſich bei B ug der Regentſchaft der zwei Jahre vor ihrem Tode an ſie von den Cortes geſtellten dringendſten Bitte gefügt. Das Teſtament hat die aufrichtigſte, ungetheilteſte Zuſtimmung dieſer Körperſchaft erhalten und wahrlich ihr, den Cortes von Caſtilien, ſteht ein unbeſtreitbares Recht zu, die letztwilligen Anordnungen ihrer Könige zu überwachen.