Die Königskrone. 13
und in den ſchwarzen Leichenwagen ſteigen, in welchem ihn der König Karl von Frankreich und der Prinz Juan von Spanien empfingen. Wehe mir, daß es ſo ge⸗ worden iſt! Ihr wolltet mir damals meine böſe Ah⸗ nung ausreden. Darum ſparet Eure Worte, Junker. Auch die neuen Ahnungen und Träume, die mich heim⸗ geſucht haben, werden ſich erfüllen. Faſt gemahne ich mir wie jene unglückliche Kaſſandra, auch eine Kö⸗ nigstochter wie ich, die im prophetiſchen Geiſte den Untergang ihres Hauſes vorausſah. Auch mich hat Apoll mit ſeinen Gaben bedacht wie ſie!
—„Eure Worte, gnädigſte Herrin, machen mir bange. Was iſt Euch neuerdings zugeſtoßen, das Euch in ſo betrübte Aufregung verſetzen konnte?“
—„Mit ſchwerem Herzen— Ihr könnt es Euch denken— langte ich hier an. Ich beeilte mich, der freundlichen Einladung meines Bruders Folge zu lei⸗ ſten, aber die Winterreiſe durch das Gebirg ging lang⸗ ſam von ſtatten; ſelbſt in den Rheinſtädten hielt mich noch körperliche Schwachheit über Erwarten zurück. Und ſo mußte ich gerade zu dem Gepränge der Kö⸗ nigserklärung eintreffen. Es machte einen peinlichen Eindruck auf mich, dieſen Königsjubel auf dieſe Kö⸗ nigstrauer ſo unmittelbar folgen zu ſehen, und in mei⸗ ner Seele miſchten ſich die kaum verſtummten Trauer⸗ klänge mit dieſen Freudetönen und ſiegten über ſie. Mir wurde unausſprechlich bange zu Muthe und, als


