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nach Spanien. 361¹
Catalina, die verwitwete Kronprinzeſſin von Groß⸗ britannien. Man ſagt, ſie gelte viel beim Könige, und er beabſichtige ſie mit dem jetzigen Kronprinzen Hein⸗ rich zu vermählen. Jedenfalls wird es ihr leicht wer⸗ den, es beim Könige dahin zu bringen, daß ich eine meinem Stande und meinen Talenten angemeſſene An⸗ ſtellung erhalte. Ihr rettet mich mit ſolch einem Briefe aus einer troſtloſen Lage. O, Ihr rettet mich nicht allein! Zwei Herzen, die Euch verehren, werden Euch Zeit ihres Lebens dankbar ſchlagen.“
—„Ihr ſollt den Brief an Catalina haben!“ rief die Erzherzogin und ſchlug die Hände zuſammen vor kindiſcher Freude.„Ich werde ihn heute noch ſchreiben und morgen mögt Ihr ihn abholen.“
Der Leibarzt und die Kammerfrauen der Erzher⸗ zogin, die mit dem edlen Flüchtling im Einverſtändniß
waren, hatten nicht vergebens darauf gerechnet, daß
dieſes Ereigniß ihre unglückliche Gebieterin lange Zeit angenehm beſchäftigen werde. Sie ſchrieb an dieſem und an den beiden folgenden Tagen, ſie brachte eine Menge verwirrter Dinge zu Papier, aber ſie wurde dadurch von ihren traurigen und kummervollen Gedan⸗ ken abgezogen. Selbſt als ſie endlich den großen Brief einer ihrer Frauen zur Beſorgung an Don Alfonzo de Granada übergeben und demſelben eine glückliche Reiſe hatte wünſchen laſſen, erkundigte ſie ſich noch lange nach ihm und erfuhr nicht ohne freudige Befriedigung,


