360 Die Reiſe
lich ſein; denn ich war Euch im Herzen gewogen, eh' ich Don Philipp's Gemahlin wurde. Ich wär' auch gern die Eurige geworden, wenn es meine Mutter zugegeben hätte; aber ſie iſt eine ſtrenge Frau. Spgt mir, was kann ich für Euch thun, Don Alfonzo?“ Der Verfehmte bog das Knie vor der Fürſtin und ſagte:„Dank Euch, edle Infantin! Ich habe mich nicht in Eurem Herzen geirrt, als ich vertrauensvoll meine geheimgehaltenen Schritte hierher lenkte, um Euch um Hülfe und Rettung aus meiner ſchweren Noth anzu⸗ rufen. Es iſt mir bis jetzt geglückt, mich mit Hülfe und Aufopferungen einer ſchönen theuern Seele zu ver⸗ bergen; aber ich muß daran denken, mir für die Zu⸗ kunft ein Loos zu gründen. In Spanien kann ich nicht bleiben, mein Leben ſchwebt in ſteter Gefahr, und ich, der Sproſſe eines ruhmſtrahlenden Königsge⸗ ſchlechts, müßte mich, um dies Leben zu friſten, zu den niedrigſten und unwürdigſten Arbeiten hergeben. Das werdet Ihr nicht wollen, Donna Juanna. Nach Afrika, zu meinen Stammgenoſſen, darf ich nicht. Ich habe ihren Glauben abgeſchworen, darum muß ich fort in andere Länder. Ein Schiffscapitain, der nach den nie⸗ derländiſchen Häfen ſegelt und dem ich einſt als ſpa⸗ niſcher Admiral wohl gethan, will mich mitnehmen bis an die engliſche Küſte. Ich will in England Kriegs⸗ dienſte ſuchen, darum bitt' ich Euch inſtändigſt, gebt mir einen Empfehlungsbrief an Eure Schweſter, Donna
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