nach Spanien. 359
rief der dem Glauben ſeiner Väter untreu gewordene Maure ſchmerzlich.„Müßt Ihr es ſein, die mich jett gerade daran erinnert, daß ich Euretwegen die heiligſten und tiefſten Gefühle, die der Menſchenbruſt innewohnen, verläugnete und zu einer Religion ſchwur, für die ich kein Gefühl weiter hatte, als das des Be⸗ ſiegten gegen ſeinen Sieger! Ja, Euretwegen verbannte ich mich aus den Tempeln meines Volks, das mir fluchte, und trat in die Tempel Eures Volks, das mich nicht ſegnete. Ihr ſeht einen elenden, vom härteſten Schick⸗ ſal grauſam verfolgten, mit Gott und ſich zerfallenen Menſchen vor Euch, der ſich den Tod geben würde, wenn ihn nicht ein Band— ach, ein ſanftes, ſüßes Band!— an das Leben feſſelte.“
—„Ihr habt Don Philipp, meinen Gemahl, er⸗ morden wollen, und ich liebe ihn doch ſo unausſprech⸗ lich,“ ſagte die Fürſtin mit umdüſterter Stirn und ſchwermüthigem Auge, aber mit wehmüthiger Stimme.
—„Ich wußte nicht, was ich that.— Es geſchah Euretwegen.— Noch war mir nicht bekannt, wie ſehr Don Philipp von Euch geliebt wird. Ihr kennt mein Unglück; ich bin vogelfrei erklärt. Wollt Ihr meinen Tod, ſo ruft Eure Diener. Eine reiche Belohnung iſt Dem zugeſagt, der mich lebend einliefert; laßt mich auf dem Blutgerüſt ſterben zur Sühne meiner Schuld!“
Juanna ſchauderte.„Nimmermehr!“ rief ſie ent⸗ ſchloſſen.„Ihr ſollt gerettet werden, Ihr ſollt glück⸗


