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dieſes Kleid und ich, ihr König, ſei zu nichts gut, als ihnen das Garn auf den Stuhl zu ziehen oder die Nadeln einzufädeln. Nachher wollen ſie mich bei Seite ſchieben, wie ein altes Möbel, das man nicht mehr braucht. O, ich durchſchaue ſie! Ich weiß, was dieſer alte ſchlaue Henneberger, der mainzer Kurfürſt, will, und er ſchreitet wacker fürbaß ſeinem Ziele zu, die andern Stände hinterdrein wie die Heerde hinter dem Leithammel; auch der pfälzer Kurfürſt iſt mein bitterer Feind; während du ſeinen Sohn ſtets um dich haſt und mit deiner Freundſchaft beehrſt, trachtet mir der Alte die Krone vom Haupte zu holen. Deshalb ſetzten ſie mir das Kammergericht hin. Auf dem letzten Augs⸗ burger Reichstage hat ſich's gezeigt, was ſie wollen. Und einen Tag ſchreiben ſie aus nach Gellnhauſen und als ich's nicht verhindern kann und ſelbſt dorthin gehen will, ſchreibt der Pfälzer den Andern den Tag ab. So ſpielen ſie mit mir, dem Könige, dem Reichs⸗ oberhaupt; das iſt das Loos deines Vaters. Ich will es dir ſagen mit Einem Worte: abſetzen wollen ſie mich, ich ſoll die Schande erleben, wie der verſoffene Wenzel vor hundert Jahren, daß ſie mich vom Regi⸗ ment bringen und mir die Krone vom Haupte nehmen, und der Mainzer und der Pfälzer ſind die Büttel da⸗ bei. Ja, toll genug, ſelbſt den Bauern fällt ein, daß ſie mit ihren täppiſchen Händen berufen ſeien, der Zeit
Die Reiſe
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das neue Kleid anzumeſſen; überall, in ſchier 3


