müſſen; ja, vielleicht iſt mir dies traurige Lvos ſelbſt
nach Spanien. 351
ſchlau genug wieder Fernando genannt haben. Sie werden dies Kind ſich zum Erben ihrer Kronen erziehen und nichts darnach fragen, daß du der Vater deſſelben biſt. Sie werden dieſen Zweig vom öſtreichiſchen Stamme losreißen und in ihren Boden verpflanzen. Nach uns werden ſie nicht mehr fragen, denn ſie brau⸗ chen uns nicht mehr, und ſo kannſt du einſt die Freude haben, dich vor deinem eignen Sohne demüthigen zu
noch beſchieden, denn ich muß dich zuletzt einen Blick in meine Verhältniſſe als deutſcher König thun laſſen.“ Maximilian machte eine Pauſe und trocknete ſich den Schweiß von der Stirn, während ſein trübauflodernder Blick auf den ſchmerzlich geſpannten Zügen des Sohnes wie fragend umherirrte. Philipp hielt das thränen⸗ gefüllte Auge auf den Boden geheftet.
—„Es geht ein großer Drang durch das ganze deutſche Volk nach Verbeſſerung des Reichs und Regi⸗ ments, nach richtigerer Einſicht in menſchliche und gött⸗ liche Dinge und nach Reinigung und Säuberung der Mutterkirche von allen Schmutzflecken, die ſich ſeit ſchier tauſend Jahren an ſie geheftet haben. Die Zeit will ſich neu gebären; das neue Jahrhundert will nicht mehr— 4 in der engen Schraube ſeines Vaters und Vorgängers einhergehen, es will ſich ein neues und weiteres Kleid ſchaffen. Da meinen denn nun die deutſchen Reichs⸗ ſtände, ſie ſeien die rechten Weber und Schneider für


