nach Spanien. 5
Maximilian ließ den geliebten Sohn gewähren; er hörte ruhig die Klagen deſſelben an; er ließ ihn den ganzen Unwillen ſeiner empörten Seele über die heuch⸗ leriſche Unwürdigkeit des ſpaniſchen Königspaares aus⸗ ſprechen. Dann nahm er im milden und väterlichen Tone das Wort:
—„Mein lieber Sohn, ich habe dich ruhig und ununterbrochen angehört; vergilt mir jetzt Gleiches mit Gleichem. Bereits zwei Jahre vor meiner Geburt gingen dem Hauſe Oeſtreich die beiden ſtattlichen Kro⸗ nen von Ungarn und Böhmen, die Herzog Albrecht, ſpäter deutſcher Kaiſer, ihm zwanzig Jahre vorher erworben hatte, und die es bereits als ſein feſtes Eigenthum anzuſehen gewohnt war, verloren. Ich wuchs in harten und ſchier kümmerlichen Umſtänden auf; meine erſten Erinnerungen ſind ſchreckliche. Bru⸗ derhaß, Bruderkrieg wütheten in unſerm Hauſe und droheten die Säulen deſſelben umzuwerfen, die unſer ruhmgekrönter Ahn, jener aus ſeinen Schweizerbergen herabgeſtiegene Rudolf von Habsburg, neben dem deut⸗ ſchen Kaiſerthrone aufgerichtet hatte. Ich war noch nicht vier Jahre alt, als ich mit meinem Vater und mit meiner Mutter in der Burg in Wien von meinem unruhigen, habſüchtigen Oheim, dem Herzog Albrecht und den aufrühreriſchen Wienern belagert wurde. Sie beſchoſſen uns in der Burg mit ſchwerem Geſchütz, ja ſie waren ſo grauſam, ihre großen, furchtbaren Kanonen


