340 Die Reiſe
umtreibe, jedenfalls Nachrichten von der verſchwundenen Herzogin zu erhalten ſein müßten, was er aus An⸗ deutungen mit Zuverſicht ſchließe, die er ihm mündlich mittheilen werde; denn er hoffe ihn noch auf ſeiner, des Erzherzogs, Heimreiſe zu treffen. Dieſer Brief
hatte den Fürſten vermocht, der Zigeunerbande nach⸗
ſpüren zu laſſen und ihr auf dem großen Umwege durch Frankreich über den Rhein und durch den Schwarzwald nachzureiſen. Jetzt glaubte er mit Gewißheit, Antvnio werde bei ihm eintreten.
Aber ein fremder Mann ſtand vor ihm, der ihn mit einer Stimme, die ihm nicht unbekannt klang, kurz und barſch fragte:„Kennt Ihr mich nicht?“
—„Nein!“ verſetzte der Erzherzog ſtolz.„Wer ſeid Ihr und was wollt Ihr von mir?“
—„Ha!“ rief der Andre mit zornigem Schmerz, „bin ich entweder ſo ganz aus deinem Gedächtniß verwiſcht, oder haben dieſe unſeligen Narben, die ich um deinetwillen trage, mich ſo unkenntlich gemacht, oder willſt du mich nicht kennen?“
—„Elevnore!“ ſagte Philipp erbleichend und ſchien
zum Tod erſchrocken.
—„Endlich fällt es dir ein, daß dies Weſen dir nicht fremd iſt. Aber welch einen Schrecken be⸗ reitet dir dein Gedächtniß! Stehſt du nicht vor mir wie ein armer Sünder vor ſeinem Richter? Es gab eine Zeit, und ſie iſt noch nicht lange vor⸗


