Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Philipp von Oestrich : Roman in drei Theilen : Die Reise nach Spanien : 2. Theil (1846)
Entstehung
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nach Spanien. 339

Freund nennen, wie ich je zuweilen that. Glaubt mir, ſo jung ich auch noch bin, mein Leben iſt ſchon fürch⸗ terlich ernſt geworden.

Ein um ſo gerechterer und beſſerer Herrſcher werdet Ihr werden; denn nur Der wird das Seepter würdig führen, der den Wermuthbecher der Leiden ge⸗ leert hat.

Der Erzherzog fühlte ſich angegriffen und ſchlug einen Geſellentrunk der Geſchlechter auf ihrer Stube aus, um zu ruhen, damit er in der Frühe des folgen⸗ den Morgens geſtärkt die Reiſe nach Tyrol fortſetzen könne. Er nahm herzlich von Fugger Abſchied und zog ſich, ſobald der Herbſtabend über die Stadt her⸗ eindunkelte, in ſeine Gemächer zurück.

Einige Augenblicke darauf meldete ihm der dienſt⸗

thuende Page, es ſei ein Mann im Vorzimmer, der

da vorgebe, er müſſe den Erzherzog in deſſen eignen geheimen Angelegenheiten ſprechen; er brauche ſeinen Namen nicht zu nennen, der Fürſt kenne ihn genau. Ha, endlich! rief Philipp erfreut, warf einen Mantel über und befahl den Mann hereinzuführen. Der Erzherzog hatte nämlich von Antonio Cebes einen Brief aus Ungarn erhalten, worin derſelbe ihm geſchrieben, daß die Herzogin von Najara nicht am königlichen Hofe lebe, die Königin ihren Aufenthalt auch nicht kenne, daß aber von der Zigeunerbande, die ſich am Oberrhein und im ſüdlichen Deutſchland her⸗

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