nach Spanien. 337
hergeſtellt, der heiligen Anna gewidmet und zur Grab⸗ ſtätte der Fugger'ſchen Familie geweiht worden. Dieſer Tempel, erſt im Laufe des Sommers vollendet, war
wegen ſeiner außerordentlichen Pracht das ſchönſte Ge⸗
bände der Stadt.
—„Hier hab' ich mir die Ruheſtätte bereitet, 4 ſagte Fugger ernſt.
—„Sie iſt eines Königs würdig,“ terſez der Erzherzog,„und Ihr ſeid ja der König der Kauf⸗ leute.“
—„Wollt Ihr damit einen Tadel der Herrlichkeit ausſprechen, mit welcher die Gebrüder Fugger ihr Grab umgeben, ſo bedenkt, daß es zur Ehre Gottes geſchieht. Will ich doch lebend nichts ſein als ein ſchlichter Lein⸗ weber, ſo mag man mir immerhin gönnen, daß ich todt in dieſem ſchönen Tempel ruhe.“
—„Ich wollte nicht tadeln,“ verſetzte Philipp und reichte dem väterlichen Freunde die Hand.— „Mein Vater wird ſich über dieſen Prachtbau freuen, wie ich, und ich werde, wenn ich jetzt nach Innsbruck komme, ihm dies kleine Gotteshaus zu rühmen wiſſen. O, ich ſehne mich, an der Bruſt des geliebten beſten Vaters nach ſo langer Fahrt und ſo ſchweren Leiden zu ruhen, und in wenigen Tagen werde ich das Ziel er⸗ reicht haben!“
—„Ihr habt einen großen Umweg gemacht, gnä⸗ digſter Herr, um nach Innsbruck zu reiſen. Durch die
Ein deutſcher Leinweber. II. 22


