336 Die Reiſe
Luſt. Sie ſcheint nicht viel von der Frömmigkeit zu halten; doch hat ſie jetzt die Entſchuldigung, daß ſie ſich nicht von den ihrigen trennen könne. Nun viel⸗ leicht beſinnt ſie ſich noch eines Beſſern; ſie hat eine beſondere Neigung, ſich unter dem gemeinen Volke her⸗ umzutreiben, und hat mir damit ſchon manchen Aerger bereitet. Uebrigens malt ſie fleißig, vobgleich ſie in der Regel kein Bild fertig macht. Geduld und Ausdauer j ihr dazu.“
„Seid nachſichtig mit ihren Schwächen und aß ſie eine Unglückliche iſt!“
„Sie hat ſich ſtets der beſten Behandlung von mir den Meinigen zu verſehen.“
—„Das lohn' Euch Gott!“ Der Fürſt drückte
des Kaufmanns Hand und Beide gingen bald darauf zur Tafel.
Am Nachmittag machte der Erzherzog mit Fugger einen Gang durch die Stadt und beſuchte das Rath⸗ haus, die Geſchlechterſtube und die vorzüglichſten Kir⸗ chen. Mit Stolz führte Jakob Fugger den verehrten Fürſten in die Kirche der Karmeliter, an welche er in Verbindung mit ſeinen beiden Brüdern eine herrliche Kapelle gebaut hatte. Zum Behuf dieſes Baues hatten ſie einen augsburger Baumeiſter auf ihre Koſten nach Jeruſalem geſandt, damit er dort ein genaues Modell
der heiligen Begräbnißkapelle verfertigte, und nach die⸗ ſem Modell war die Kapelle an der Karmeliterkirche
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