Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Philipp von Oestrich : Roman in drei Theilen : Die Reise nach Spanien : 2. Theil (1846)
Entstehung
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nach Spanien. 335

weich und ſchwermüthig geſtimmt.„Ich bereue meine Verirrungen mit dieſer Frau von Herzen,“ ſagte er dann leiſe.„Wenn ich ſie ungeſchehen machen könnte, ich weiß nicht, was ich darum gäbe.— Und wo iſt ſie jetzt? Was hat ſie für Pläne für ihre Zukunft?“

—„Sie war dieſen Sommer auf dem Lande, wo⸗ hin ſie das Mutterherz zieht. Ein Weib ſoll ja dieſe Gefühle nie verläugnen können. Vermöchte es Elev⸗ nore, ſie thäte es gewiß. Ich habe ſie beobachtet, ich kenne ſie. Seit einigen Wochen iſt ſie wieder in der Stadt, aber ich habe ſie, ſobald ich Euern Brief mit der Meldung erhielt, daß Ihr nach Augsburg kom⸗ men würdet, auf den Wellenhof, eines meiner Land⸗ häuſer, geſchickt. Ihre heftige Gemüthsart hätte Euch vielleicht eine Unannehmlichkeit bereiten können.“

—„Ihr habt ſehr wohl gethan. Ich mag ſie nicht ſehen, ihr Anblick würde mir peinlich ſein. Die Leiden des letzten Jahres haben mich gebeſſert, darum könnte ich unmöglich die Theilnehmerin meiner Vergehungen, die ſo ſchlimme Folgen gehabt haben, hier begrüßen. Ich wünſche ihrem Gemüth Frieden. Für ihren, ihres blinden Vaters und ihrer Geſchwiſter anſtändigen Un⸗ terhalt ſorgt Ihr ja beſtens und meine Schatzkammer erſtattet Euch alle Unkoſten und Auslagen. Und hat ſie noch nicht an ihre Zukunft gedacht?“

—„Ich that ihr den Vorſchlag in eines der hie⸗ ſigen Frauenklöſter zu treten, aber ſie zeigte dazu wexig