Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Philipp von Oestrich : Roman in drei Theilen : Die Reise nach Spanien : 2. Theil (1846)
Entstehung
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nach Spanien. 23

hätte, wer weiß, ob ich nicht der Nebenbuhler meines eignen Vaters geworden wäre; und mir ich ſchwör's! hätte kein König von Frankreich Euch entreißen ſollen; denn ehe er daran gedacht, hätte ich Euch in meinen Armen gehalten und mit unzerreißbaren Banden an mich gefeſſelt.

Ihr macht ſogleich Euerm Rufe Ehre, ein unwi⸗ derſtehlicher Held im ſüßen Kampfe gegen unſer ſchwaches Geſchlecht zu ſein, verſetzte die Königin,und wie es ſcheint, kennt Ihr den Umfang Euerer Stärke und habt ein unbedingtes Vertrauen darauf. Nun da ich weder Eure Gemahlin, noch Eure Mutter ſein durfte, ſo habe ich als Schwiegermutter wenigſtens große Luſt, mich mit Eurer trefflichen Gemahlin zu verbinden, um Euern Eroberungszügen in das weibliche Gebiet alle mögliche Hemmniſſe in den Weg zu legen.

O ich würde Eurer Hülfe gewiß bedürfen, ſagte die Erzherzogin,aber dann müßtet Ihr uns be⸗ gleiten, Hoheit; denn ich allein bin nicht ſtark genug, um mich an ſeine Flügel zu hängen. Er ſchlendert mich ab und flattert, der bunte, ſtolze Schmetterling, von einer Blume zur andern.

Wenigſtens am franzöſiſchen Hofe ſoll er ſich die küſſelüſternen Lippen nicht mit dem Blütenſtaub unſrer Blumen färben, ſcherzte die Königin weiter, ohne zu ahnen, daß ſie damit einen ſchmerzlichen Stachel im

Herzen der Erzherzogin berührte und nur noch tiefer 1