Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Philipp von Oestrich : Roman in drei Theilen : Die Reise nach Spanien : 2. Theil (1846)
Entstehung
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24 Die Reiſe

vrückte. Johanna wurde ſtill und hatte noch ſelbigen Tags Anwandlungen von ihrem krankhaften Tiefſinn, doch gelang es den abwechſelnden Zerſtreuungen und glänzenden Feſtlichkeiten, die das königliche Paar ſeinen Gäſten bereitete, dieſen Anfall der düſtern Geiſteskrank⸗ heit der Erzherzogin wieder aus dem Felde zu ſchlagen; und die Königin war um ſo mehr bemüht, die Infan⸗ tin zu erheitern, als ihr, Dank den burgundiſchen Hof⸗ damen, ja ſogar einigen Hofherrn und Begleitern des Erzherzogs, welche flüchtige Herzensverbündungen unter den reizenden Damen des franzöſiſchen Hofes angeknüpft hatten, die traurige Veranläſſung der momentanen Geiſtesverdüſterung Johanna's kein Geheimniß blieb. Am ſchlechteſten wurde die gütige und theilnehmende Königin in dieſen freundlichen Bemühungen von dem leichtſinnigen und flatterhaften Erzherzog ſelbſt unter⸗ ſtützt, der, hier in einen Luſtgarten von weiblicher Schönheit, Jugend, Liebreiz, Geiſt und Muthwillen verſetzt, auf den prachtvollen Feſten, nach dem bezeich⸗ nenden Ausdrucke ſeiner Gemahlin, recht wie ein duft⸗ trunkener Schmetterling von einer herrlichen Blume zur andern taumelte und ſich wenig um das Herz ſeiner Donna Juanna bekümmerte, das unter dem Biſſe des Giftzahns Eiferſucht blutete und zuckte.

Von der Königin begab ſich das erzherzogliche Paar zu der kleinen Prinzeſſin Claudia, die von ihnen als Braut ihres Prinzen Karl begrüßt und von der Erz⸗