Die Reiſe
friedenſtellung und für die Erhaltung des Friedens!“ ſagte Philipp leidenſchaftlich und voreilig, worauf ihn der König umarmte und Beide ſich die Hände reichten mit der Verſicherung, ſich ſtets treu bleiben zu wollen.
Die drei oberſten Hofdamen der Königin, die Grä⸗ finnen von Nevers, Valentinvis und Candale, ließen ſich anmelden und traten herein, um den Erzherzog zur Königin zu führen. Anna, noch immer eine der größ⸗ ten Schönheiten Frankreichs, erhob ſich freundlich, trat dem ſich dreimal verneigenden jungen Fürſten mit Grazie entgegen, reichte ihm die Hand und küßte ihn mit müt⸗ terlicher Zärtlichkeit auf die Stirn. Die holde Erbin von Bretagne ſtand damals in ihrem neunundzwanzig⸗ ſten Lebensjahre und hatte ſich, obgleich ſchon die Gat⸗ tin des zweiten Königs von Frankreich und Mutter von vier Kindern(die drei Kinder aus ihrer erſten Ehe waren ſchon vor Karl VIII. geſtorben), jene anmuthvolle Schönheit bewahrt, die neben ihrem herrlichen Erblande König Maximilian ihren Verluſt ſo ſchmerzlich be⸗ dauern ließ.
—„Das Glück, Ew. königl. Hoheit Mutter nennen zu dürfen, das mir ein grauſames Schickſal in dem Augenblicke verſagte, als ich es ſchon zu haben ver⸗ meinte, wird nun meinem Sohne zu Theil werden,“ ſagte der Erzherzog verbindlich.„Und wenn ich die überſchwengliche Fülle Eurer Liebenswürdigkeit gekannt


