Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Philipp von Oestrich : Roman in drei Theilen : Die Reise nach Spanien : 2. Theil (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

16* Die Reiſe

zwei Stunden lang Arm in Arm im großen Saale auf⸗ und abſchritt, ein lebhaftes Wechſelgeſpräch un⸗ terhaltend.

Laßt uns den alten Hader zwiſchen Oeſtreich und Frankreich auf ewig begraben, ſagte der König. Er hat beiden Ländern keinen Segen gebracht; es iſt wahrlich unſer beiderſeitiger Vortheil, Friede und Freundſchaft zu halten. Ihr ſeid in den Nieder⸗ landen geboren und aufgewachſen und ſeid nicht aufge⸗ füttert worden mit öſtreichiſchen Vorurtheilen gegen Frankreich; ich, vom herrſchenden Königshauſe nieder⸗ gehalten, gehaßt und ſchlecht behandelt, war nicht der Prinz, der in das alte franzöſiſche Schimpflied auf Oeſtreich einſtimmte, ja ich war der Freund und Bundesgenoſſe Eures Vaters, weshalb ich Gefangen⸗ ſchaft und Schmach vom König erdulden mußte. Aber nun bin ich König von Frankreich, nach Gottes Rath⸗ ſchluß, und Ihr ſeid der Erbe von Oeſtreich, ſeid jetzt ſchon Herr von Burgund und Niederland und wer⸗ det ohne Zweifel einſt deutſcher Kaiſer, werdet König von Arragonien, König von Caſtilien, König von Si⸗ eilien werden. Wir ſind die Männer, die den ewigen

Frieden zu ſchließen berufen und geſchickt ſind. Euers

Vaters Majeſtät hat mich mit den Haaren zu dem bur⸗ gundiſchen Kriege gezogen; ich weiß, Ihr habt dieſen Krieg nicht gebilligt. Und Ihr werdet Euch nicht daran ſtoßen, daß ich als rechtmäßiger Erbe von Mailand