von Antwerpen. 337
länger annehmen. Nur um Eines bitte ich noch: ſchafft mich fort aus dieſem Lande; dann will ich Ar⸗ beit ſuchen und die Meinigen ernähren, wie es mir zukommt.“
—„Eleonore,“ ſagte van der Voort gerührt und ergriff ihre Hand,„hört mich an und gebt mir Be⸗ ſcheid auf Das, was ich Euch zu ſagen habe. Euer Wunſch, ferner nicht in den Niederlanden zu leben, iſt billig und gerecht und er ſoll erfüllt werden, ſobald es Eure wiedergewonnenen Kräfte erlauben. Ich habe Herrn Fugger zugeſagt, mit ihm nach Augsburg zu gehen und dort Aufträge auszuführen, die er mir theils ſelbſt gegeben hat, theils von ſeinen Freunden ver⸗ ſchaffen wird“—
—„Nun, ſo nehmt mich mit nach Augsburg. Das iſt weit, ſehr weit von hier und das iſt mir gerade recht. Je weiter vom Schauplatz meines Unglücks, deſto lieber. Dort kennt mich Niemand. Ich will für einen Mann gelten; ich werde nie wieder Frauenklei⸗ der tragen, nie ſoll dies unglückſelige Haar wieder wachſen. Laßt mich darum an Euern Arbeiten Theil nehmen als Euer Geſelle; ich will ſehr fleißig ſein.“
—„Ihr kommt meinen und Herrn Fugger's Wün⸗ ſchen entgegen, werthe Frau. Aber nicht als mein Geſelle, nicht als mein Arbeiter ſollt Ihr in Augs⸗ burg leben; nein, Elevnore, als mein Weib, mein ge⸗
Ein deutſchet Leinweber. I. 22


