326 Die ſchöne Kaufmannsfrau
ſie wäre ſeine Gemahlin geworden und ich hätte das theure Weſen als Gattin an's Herz ſchließen dürfen, welches meine erſte Liebe beſaß und das ich leider!
auch an Spanien habe verlieren müſſen. Ach, können
mir ſeine Kronen erſetzen, was ich ihm gevpfert habe?“
Er weinte und Margaretha vermiſchte, indem ſie ihn abermals umarmte„ihre Thränen mit den ſeinigen; dann entfernte ſie ſich ſtill, um ſich, mit blutendem Herzen, wieder zu einem neuen Feſte ſchmücken zu laſſen.
Dieſe Feſtlichkeiten nahmen ein Ende und am Mor⸗ gen des 23. October verließ die Herzogin von Sa⸗ voyen an der Seite des Baſtards und in der Mitte ihrer neuen Landsleute Brüſſel, begleitet von einer großen Anzahl niederländiſcher Edelleute, welche Wil⸗ helm von Croy abermals anführte. Mit wahrem Schmerz riß ſie ſich aus Philipp's Armen los und ſelbſt Juanna ſchenkte ihr einige Aufmerkſamkeit beim Abſchiede und wünſchte ihr wohl zu leben.
Seit dieſem Tage beſſerte ſich der Zuſtand der Erz⸗ herzogin etwas; ſie fand wieder Wohlgefallen an ihren Katzen und auch mit ihren Kindern beſchäftigte ſie ſich, wenn ſie ihr gebracht wurden. Der Arzt und die Kam⸗ merfrauen nahmen aber bald wahr, daß nichts einen wohlthätigern Einfluß auf die Geiſteskranke ausübte, als der Beſuch ihres Gatten, und der Erſtere rieth dieſem, ihr Zärtlichkeiten wie einem geliebten Kinde zu erweiſen, als das einzige zu ihrer Herſtellung wirk⸗


