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von Antwerpen. 325
Selim an die Höfe von Toledo und Burgos gekom⸗ men und ſein edler, pvetiſcher Sinn hatte Wohlgefal⸗ len an chriſtlicher Sitte und Art gefunden. Jung und feurig, kehrte er nach der Einnahme Granadas durch die Chriſten nach Burgos zurück und wurde Chriſt. Unſere Schwiegereltern waren ſeine Taufpathen; er er⸗ hielt den Namen Alfonzo de Granada und ward Ad⸗ miral der Flotte zu Malaga. Man behauptet aber, der König von Aragonien habe ihm nicht nur Hoffnung, ſondern ſogar das Verſprechen gegeben, ihn zum chriſt⸗ lichen König von Granada zu machen. Ich weiß nicht, was davon wahr iſt; jedenfalls zeugte Don dAlnayars Schwermuth, wenn ich ihn während meiner Anweſen⸗ heit in Spanien ſah, von großen Seelenleiden. Er kam nur ein Mal an den Hof von Burgos in einer Geſchäftsangelegenheit, ein ander Mal ſah ich ihn in Granada und zuletzt beſuchte ihn die Königin Iſabella in Malaga und nahm mich mit. Er war ein ſanfter, ſchöner Mann und ein Dichter. Die Mauren ſollen ſeine ſchwermüthigen Lieder in Spanien und Afrika ge⸗ ſungen haben. Er lebte ſtill und unvermählt und war ungefähr fünfundzwanzig Jahre alt. Dies iſt Alles, was ich von ihm weiß.“
Philipp ſah ſeine Schweſter mit einem Blicke an, als glaube er ihr die letzte Behauptung nicht; dann ſagte er mehr vor ſich, als zu ihr:„So hat ihn Juanna jedenfalls geliebt. Es wäre beſſer geweſen,


