von Antwerpen. 327
ſame Mittel. Philipp, im Gefühl ſeines Unrechts, that ſich Zwang an und widmete ihr täglich einige Stunden, in denen er ſich freundlich mit ihr unterhielt und ihre Liebkoſungen erwiderte. Die ihrigen verloren in der That nichts an ihrer faſt rührenden Heftigkeit. Sie ſchlang jedes Mal ihre Arme um ihn, zog ſeinen Kopf zu ſich herab und erſtickte ihn faſt mit Küſſen. Dazu weinte und lachte ſie in einem Athemzuge wie ein thörichtes Kind. Obgleich ſie nun Stunden lang heiterer war und anfing, ſich zur Reiſe zu rüſten, auf welche ſie ſich ganz abſonderlich freuete, ſo wurde ſie doch von dem Ziefſinn, der ſich ihrer bemächtigt hatte, durchaus nicht gänzlich verlaſſen. Deshalb wurde ihr auch Donna Francesca dUlloa, nach der ſie großes Verlangen äußerte, wieder zurückgegeben. Aber auch durch dieſes Mittel wurde der gehoffte Zweck nicht er⸗ reicht. Der Arzt verſprach dem Erzherzog endlich von der Reiſe und dem Aufenthalte in Spanien eine voll⸗ ſtändige Heilung der unglücklichen Fürſtin vpgndieſer Geiſteskrankheit und Philipp beſchleunigte 6 die Abreiſe, ſo ſehr er vermochte. Dieſe fand No⸗ vember mit einem glänzenden Gefolge ſtatt. Außer ſeiner und der Erzherzogin zahlreichen Bedienung ſah man von geiſtlichen Großen den Erzbiſchof von Biſanz, Aegidius Buslidius, den Biſchof von Camerich, Hein⸗ rich von Bergen, Kanzler des güldenen Vließes, den Probſt zu Aras, Karl von Rancicvurt; dann die Ritter


