Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Philipp von Oestrich : Roman in drei Theilen : Die schöne Kaufmannsfrau von Antwerpen : 1. Theil (1846)
Entstehung
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316 Die ſchöne Kaufmannsfrau len. Wenn Ihr nicht den Troſt der Religion ver⸗ langt ſo hab' ich nichts bei Euch zu ſchaffen.

Von Euch den Troſt der Religivn? Macht mich nicht lachen in meinem Schmerz. Das Wort Religion wird Läſterung in Euerm Munde. Und vol⸗ lends mir gegenüber! Ich hab' Euch für klüger gehal⸗ ten, als daß Ihr mir ein ſolches Wort ſagen könntet.

Nun, was wollt Ihr denn? Meine Zeit iſt gemeſſen.

Ei, welche Eile plötzlich, Pater Innocenz! Iſt das der Mann, der um jede Minute, die ich ihn länger duldete, wie ein Kind bettelte?

Ihr ſcheint ganz zu vergeſſen, was mit Euch vorgegangen iſt!

Nein, Menſch, ich weiß es nur zu gut. Zum Glück hab' ich dich erſt verachtet, Pfaffe, ſo tief, daß ich dich jetzt nicht tiefer verachten kann. Und das iſt gut für mich. Aber ich will Euch ſagen, was ich von Euch will. Noch habt Ihr ja keinen Lohn für die wichtigen Dienſte empfangen, die Ihr dem Erzherzog erwieſen habt. Ich möchte Euch gern als Probſt oder Prälat ſehen. Fügt dem großmüthigen Fürſten alſo noch einen Dienſt zu den erſtern. Geht und ſagt ihm, daß ich ihn erwarte, daß ich ihn zu ſprechen wünſche, ihn ſprechen müſſe. Er wird es Euch Dank wiſſen.

Wohin denkt Ihr, Frau? Gebt dieſen Auf⸗ trag, wem Ihr wollt, nicht mir. Der Erzherzog hat