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als Vorbote der nahenden Geiſteszerrüttung galt. Auf ihren heißen, verwundeten Lippen bebte fort und fort unhörbar der Name Philippz weiter ſprach ſie nichts.
Die ſchöne Kaufmannsfrau
Die wildeſte Verzweiflung blies ihren Samumhauch
über ſie hin und drohete ſie zu erſticken. Endlich ge⸗ gen Abend fuhr ſie empor und fragte mit ſtarrem Auge Matty, ob der Pater Innocenz noch nicht dageweſen ſei. Auf die Verneinung der Schwarzen ſagte ſie mit wildbitterm Tone:„Auch er nicht! O, ich ahne, wo hinaus das will!“ Nach einer Stunde ſagte ſie ſtreng: „Matty, ſchaff' mir den Pater herbei! Ich ertrage das nicht länger! Ich muß ihn ſprechen! Er muß kommen! Hörſt du, er muß kommen! Ich will mein Todesur⸗
heil aus ſeinem Munde hören. Es iſt mir tauſend
Mal lieber, als dies qualvolle Schweigen, dieſe ent⸗ ſetzliche Ungewißheit. Hol' ihn herbei, den abſcheuli⸗ chen Menſchen!“
Matty ging, aber ſie kam nach einer Stunde allein zurück. Der Pater hatte ihr verſprochen, zu kommen; aber die Nacht ſchritt langſam und trägen Schritts vorwärts, der Prieſter erſchien nicht in der ſtillen Kran⸗
kenſtube. Eleonore brachte eine fürchterliche Nacht zu. Die Qualen des Gewiſſens, der getäuſchten Liebe, der
wüthende Schmerz der Schande und der brennende
Durſt nach Rache machten ihr das Daſein unerträglich.
Sie fühlte, wie tief ſie plötzlich von der ſchwindelnden
Höhe ihres Stolzes herabgeſtürzt war, aber ihrer Seele


