von Antwerpen. 307
der Naſe geführt haſt. Nun endlich hab' ich Genug⸗ thuung für den Schimpf, den ſie mir und meinem Herrn angethan haben. Trink, Toni! Hätten ſie uns nicht verhöhnt im Vorzimmer des Erzherzogs, ſo hätte ich ſie heute nicht verhöhnt in der Stechbahn. Wurſt wider Wurſt.“
—„Du? du, alter Fettwanſt?“ fragte Antoniv, der Stallbube, lachend und leerte das Glas.„Sprichſt du doch, als hätteſt du den Ritt gemacht. Bei St. Veit, dem Tanzmeiſter! du müßteſt dich mit deinen Weifenbeinen auf den Pferden gut ausgenommen haben.“
—„Na, Junker Mondkalb,“ verſetzte der Andere, „war ich's nicht, der dich mit Worten, Geld und Wein zu dem Ritt gewann, der ſich's ſein Baares koſten ließ, um dich ſo prächtig herauszuſtaffiren, daß du wie ein blanker mauriſcher Prinz ausſahſt? War ich's nicht, der dir das Geſicht malte und dir durchhalf? Es ſoll dir in Augsburg ſchon zu gut kommen, daß du den Streich ausgeführt. Es labt mir die Seele vom Kopfwirbel bis in die Fußzehe, daß die Schnurre ſo gut gelungen iſt und die hageprunkenden Junker ſich nun die Köpfe zerbrechen, wer der Teufelsjunge war. Sie mögen's ahnen, daß es unadelige Leute gibt, die mehr Geld haben, und auch welche, die beſſer reiten können, als ſie. Und wenn ihnen gelüſten ſollte, Einen kennen zu lernen, der auch beſſere Fäuſte zum Zuſchlagen hat, als ſie, ſo werde ich ihnen mit meinen eigenen aufwarten.“
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