Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Philipp von Oestrich : Roman in drei Theilen : Die schöne Kaufmannsfrau von Antwerpen : 1. Theil (1846)
Entstehung
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Thränen.Statt der Freude, ſagte ſie zu ihrem

Die ſchöne Kaufmannsfrau

Bruder,erfahre ich heute nur Schrecken, Verdruß,

und Kummer und gerade durch Die, welche ich liebe. Ich bitte dich, mir den Schmerz zu erſparen, daß der Junge gezüchtigt wird. Er iſt das Kind meiner treue⸗ ſten Dienerin und in ihre ſterbende Hand hab' ich ge⸗ lobt, ihn vor jedem Unfall möglichſt zu ſchützen. Auch iſt er ſchon Herrn Fugger's von Augsburg Lehrjunge und ich will nicht, daß an meinem Ehrentage die Seele meiner Magd und der wackere Mann beleidigt werden.

Der Erzherzog ſchwieg betroffen und gab dann ei⸗ nem andern Pagen leiſe Befehle.

Die Kunde, wer der geſchickte Kunſtreiter ſei, flog von Mund zu Mund und das Volk verlief ſich lachend. Der frühe Herbſtabend war bereits hereingebrochen und die Pagen und Hofjunker entzündeten ihre Fackeln, um den fürſtlichen Herrſchaften vorzuleuchten.

Bübenhoven führte den Ritter zu dem Stalle der Herzogin Margaretha; es war bereis dunkel, als ſie im Hofe ankamen. Die Thüre war innen verriegelt; ein Lichtſtrahl und lautes Gelächter drangen durch eine Spalte.

Du haſt deine Sache vortrefflich gemacht, mein Junge, ſagte eine grobe Stimme,und dn erhältſt noch einen blanken Chremnitzer von mir aus unſeres

Herrn ungariſchen Bergwerken für den Spaß, den du mir dadurch bereitet, daß du die ſaubern Hofherren an

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