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308 Die ſchöne Kaufmannsfrau
—„Es iſt gut für dich, daß dich kein adeliges Ohr weiter hört, als die der Pferde hier, Junker Prahlhans!“ lachte der Stallbube.„Es möchte dir ſonſt keine Rippe in deinem faulen Bauche ganz blei⸗ ben und dein dicker Kopf leicht durchlöchert werden, wie ein Erbſenſieb.“
—„Dieſer junge Schuft ſoll zum Propheten an dem alten werden,“ rief Croy,„aber ich denke, es iſt am beſten, ich brauche ihn ſelbſt als Stock, um dem Andern damit ſein Recht anzuthun. Aufgemacht, ihr Halunken!“
Im Augenblick war das Licht im Stalle verlöſcht und nichts regte ſich darin.
—„Wartet, ihr Schandbälge!“ fluchte Croy.„Der Teufel ſoll euch doch das Licht halten.— Bübenhoven, holt eine brennende Fackel herbei. Wir wollen ihnen das Bad geſegnen und ich will nicht vom beſten Adel dieſes Landes ſein, wenn ich dieſem verwetterten Schandſack nicht alle Reiterkünſte für immer aus dem Leibe dreſche.“
Der Page entfernte ſich; kaum aber waren ſeine Schritte auf dem Hofe verhallt, als die Thüre raſch geöffnet wurde und Antonio hervorſtürzte. Der Ritter griff nach ihm, aber der Bube entſchlüpfte ſeinen Hän⸗ den wie ein Aal und ließ im Laufen ein ärgerliches Hohngelächter erſchallen. Der unedle Rachedurſt des Edelmanns kehrte ſich nun mit verdoppelter Wuth ge⸗


