4 Die ſchöne Kaufmannsfrau
zuſammenhält. Die kleinen aufgeputzten und aufgebla⸗ ſenen Geiſter langweilen ſich, wie gewöhnlich; es geht ſtill unter ihnen zu. Nur wenn ſie ſich zanken, unter⸗ halten ſie ſich gut; aber ſie zanken ſich eben nicht und ſind maulfaul, wenn ſie auch nicht friedlich gegen ein⸗ ander geſinnt ſind. Aus dieſem weiten alterthümlichen, im reinen gothiſchen Stil ausgeſchmückten Vorzimmer führt eine Thüre auf einen hellen Corridor und von dieſem eine breite Wendeltreppe von grauem, weiß ge⸗ ädertem Marmor mit einem vergoldeten Geländer in die Hofräume zur ebenen Erde hinab. Hier herrſcht ein wildes Treiben und reges Leben, das unaufhörlich ein⸗ und ausflutet. Und es iſt gerade nicht die feinſte Menſchenklaſſe, die ſich hier fluchend und ſcheltend breit macht; es ſind Schiffer und Matroſen, Schiffsoffiziere, Packknechte und Handlanger, Waaren- und Wechſel⸗ makler, kleine Kauf⸗ und Handelsleute, auch angeſehene Kaufherren und reiche Geſchäftsleute, Laufburſche und flinke Mädchen, die meiſten beſchwert mit Waaren oder Geld, und alle ſtrömen der Schreibſtube im Hofe oder den Packkammern und Schuppen und den Hofräumen zu, wo Waarenballen und Fäſſer gepackt und verladen werden unter Lärm und Geſchrei.— Ein Blick aus den hohen Fenſtern im erſten Stock zeigt, daß das große, prachtvolle Haus in einer Reihe ganz ähnlicher Hänſer an einem breiten Kai liegt, daß auf dem brei⸗ ten mächtigen Strome, ſo weit das erſtaunte Auge ihn


